Selbstfürsorge. Warum gut für sich sorgen nicht egoistisch ist

Kennst du das Gefühl? Sobald du deine eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellst und für dein eigenes Wohlergehen aktiv wirst, meldet sich eine leise Stimme im Kopf: „Ist das nicht egoistisch?“

So sind die meisten Frauen, die in der Lebensmitte stehen, erzogen worden. Immer für andere da sein, sich um alles und jedes kümmern. Und die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen. Sonst wäre frau ja egoistisch.

Egoismus bedeutet, rücksichtslos die eigenen Interessen auf Kosten anderer durchzusetzen.

Aber Selbstfürsorge ist eigentlich genau das Gegenteil. Sie hat was mit Wohlwollen mit der eigenen Person zu tun. Sich selbst liebevoll und genauso wertschätzend zu begegnen wie anderen. Sich um seine Wünsche und Bedürfnisse zu kümmern, um die eigene psychische und körperliche Gesundheit zu erhalten.

Denn wer sich selbst aus den Augen verliert, entzieht sich und auch seinem Umfeld die Kraft. Erst wenn wir gut für uns selbst sorgen, können wir auch anderen mit echter Präsenz begegnen.

Nachfolgend eine kleine Übung aus der Achtsamkeitspraxis, um eine wertschätzende Haltung gegenüber sich selbst einzunehmen:

Schließe die Augen und atme ganz ruhig tief ein und wieder aus.

Lege beide Hände dein Herz und spüre die Wärme, die von ihnen aus in deinen Körper strahlt und dich mit Liebe durchströmt.

Richte deine Aufmerksamkeit ganz nach innen. Stelle dir vor, wie du dir selbst mit einer tiefen, warmen Wertschätzung begegnest. So, wie du es einer guten Freundin tun würdest.

Nimm deine eigenen Bedürfnisse wahr und spüre, wie diese innere Haltung von Liebe und Fürsorge Raum in dir einnimmt und wie gut es tut, einfach für dich da zu sein.

Wenn du so weit bist, atme noch mal tief ein und aus, öffne die Augen und komme wieder zurück in den Raum.

Eine Frage zum Mitnehmen: Welche liebevolle Geste der Fürsorge schenkst du dir heute?

Dieser Impuls stammt von der Mitgefühlsinsel aus meinem Buch InselZeit.